TURKMENISTAN / USBEKISTAN / KYRGYZSTAN
auf jüdischen Spuren der Seidenstrasse
Viele Juden aus der ehemaligen Sowjetunion sind während des Krieges nach Kyrgystan und Usbekistan geflüchtet und/oder deportiert worden, welche das heutige jüdische Leben in diesen Ländern gestalten. Die bucharischen und askenasischen Gemeinden unterhalten Synagogen und Friedhöfe, Schulen und Kindergärten und pflegen ein sehr aktives kulturelles, religiöses und gesellschaftliches Leben.
Diese etwas abenteuerliche Reise führt uns zu den Orten jüdischer Einwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion, Afghanistans und Persien (Iran) nach Turkmenistan, Usbekistan und Kyrgystan. Wir besuchen die mitten in der Wüste gebaute, weisse Marmorstadt Ashgabad (Turkmenistan) und besuchen dessen jüdischen Friedhof an der Iranischen Grenze.
Selbstverständlich besuchen wir die weltberühmten, grossartigen Bauten und Sehenswürdigkeiten Usbekistans (Buchara und Samarkand) und fahren mit Bussen und Jeeps durch unendlicher Wüsten, wilde Gebirgslandschaften und entlang märchenhaften Seen. Immer wieder kommen wir in Kontakt mit der gastfreundlichen Bevölkerung Mittelasiens.
Die Fahrt durch die Karakum-Wüste (Turkmenistan) nach Kohne Urgentsch (an der Grenze zu Usbekistan) ist ein grandioses Erlebnis und die Übernachtung in der Jurte bei einem Nomadenstamm in der Wüste sowie das abendliche Lagerfeuer und der unendliche Sternenhimmel sowie der "Gute Nacht Drink" bestehend aus Kamelmilch, werden wir bestimmt nicht so schnell vergessen.
In Kerki, nahe zur afghanischen Grenze, wohnen wir bei den letzten jüdischen Familien, wo man das Haus nur ohne Schuhe oder in Hausschuhen betreten darf. Drei Generationen leben zusammen und ständig sind irgendwelche Grossmütter, Tanten oder schreiende Kinder zugegen. Vor allem ist die reich gedeckte Tafel mit den verschiedenen Salaten und Sorten von Nüssen, Gemüsesuppe und natürlich "Plow" (ähnlich zu Pilaw) ? ein Reisgericht mit viel Gemüse, Nüssen und auch Lammfleisch ? ein kulinarisches Erlebnis. Zum Dessert gibt es Früchte sowie Süssigkeiten und der anschliessende Tee wird in der usbekisch-traditionellen Form serviert, d.h., dass die Frau des Hauses den Mann mit diesem Getränk bedient. Die Teeschalen werden maximal bis zu einem Drittel gefüllt und je mehr Respekt der Gast geniesst, desto weniger wird die Teeschale gefüllt!
Eine tolle Fahrt führt uns weiter durch wüstenähnliches Gebiet und durch unendliche Baumwollfeldern nach Buchara. Dabei überqueren wir mehrmals den sehr breiten Fluss Amyderija, einer der grössten Flüsse Usbekistans.
Rabbi Benjamin von Tudela besuchte im Jahre 1170 die heutige Region von Usbekistan (und auch Afghanistan) und war erschrocken, wie weit sich die Juden vom traditionellen Judentum entfernt hatten. In der Folge richtete er in Buchara eine jüdische Schule ein und lehrte den sephardischen Ritus, der bis heute noch den bucharischen Juden geblieben ist. Seine Eindrücke hat er in seinen in hebräischer Sprache gehaltenen Reiseberichten (Massaot) festgehalten.
Heute gibt es in Buchara zwei herrliche, alte Synagogen, zwei jüdische Schulen (130 Kinder) und ein Kindergarten. Die alte Synagoge, welche vor 410 Jahren gegründet wurde, war während der Stalinära nie geschlossen worden. Vor der grossen Emigration im Jahre 1970 lebten in Buchara ca. 23'000 Juden - heute noch etwa 1'000.
Unsere Reise führt uns weiter nach Taschkent, die grosszügig angelegte Hauptstadt des Landes mit mehr als 2 Mio. Einwohnern. Die Gründung der Stadt Taschkent geht nachweislich (chinesische Quellen) bis ins 1. Jh. v.u.Z. zurück und war lange unter türkischer Herrschaft bis sie im Jahre 714 von den Arabern besetzt wurde. 1220 wurde die Stadt von Dschingis Khan erobert und war in den darauf folgenden Jahrhunderten ewiges Streitobjekt zwischen usbekischen, bucharischen und kasachischen Khanen.
Taschkent bildete einen der wichtigsten Knotenpunkte entlang der "Seidenstrasse". Ursprünglich wurde die rohe Seide unverarbeitet und ungefärbt aus China nach Italien transportiert. Die Juden, welche bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung den Beruf der Färber ausübten, erkannten bereits frühzeitig den hohen Wert der Seide und begannen sich immer näher zur "Quelle" hinzubewegen. Dabei nahmen sie Perlmutter (aus dem Mittelmeerraum) mit auf die Reise, das Material, welches zur Herstellung der Purpurfarbe gebraucht wurde. So entstanden immer häufiger jüdische Siedlungen entlang dieses Handelsweges, wobei die Juden auch Herbergen, Karawansereien, Verpflegungsposten sowie Tauschstellen von Waren (z.B. Salz und Türkis) betrieben.
In der Mitte der 80er Jahren lebten in Taschkent ca. 300'000 Juden, heute sind es in ganz Usbekistan noch etwa 20?30'000, wobei ca. 5'000 in Taschkent. Die jüdische Gemeinde von Taschkent unterhält eine jüdische Schule mit 200 Kindern, die täglich mittels sechs Schulbussen in die Schule geführt werden. Sie werden in einer schuleigenen Kantine verpflegt.
Nach dem Flug nach Osh im Süden von Kyrgyzstan beginnt unsere abenteuerliche, aber herrliche Jeepfahrt quer durch das wilde Land nach der Hauptstadt Bishkek. Unterwegs passieren wir atemberaubende Passstrassen, durchqueren wilde Schluchten, wohnen bei Kyrgysen in Kazarman und bei Nomaden in Jurten am Song-Köl See.
Die ersten (bucharischen und askenasischen) Juden sind im Mittelalter nach Kyrgyzstan gekommen. Kyrgyzstan war vor allem wegen seines Wasserreichtums ein wichtiger Teil der Seidenstrasse; der riesige Ysyk-Köl See (Köl bedeutet See), mit einem Ausmass von über 6000km2, auf 1750 m.ü.M. gelegen, bildet das zentrale Wasserreservoir des Landes. Der See war bereits für Adin Steinsaltz ein beliebter Ort, wo er verschiedene Seminare über Talmud gehalten hat. Während des Zweiten Weltkrieges und auch während der Stalin-Ära sind viele jüdische Künstler und Wissenschaftler aus dem Baltikum, Polen, der Ukraine und Weissrussland nach Kyrgystan gekommen.
Die jüdische Gemeinde von Bishkek wird von Dr. Boris M. Shapiro, dem ehemaligen Gesundheitsminister Kyrgyzstans präsidiert und unterhält nicht nur eine der besten Schulen des Landes, sondern verfügt auch über einen Sozialdienst, der auch die letzten, einzelnen jüdischen Familien in den kyrgysischen Bergen mit Hilfsgütern versorgt.
8. - 26. April 2010
Anmeldeschluss: 5. Februar 2010
Preis im Doppelzimmer: ca. CHF 6'400.- pro Person
Einzelzimmerzuschlag: ca. CHF 500.-
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