auf den Spuren der jüdischen Gotteshäuser Polens, der Ukraine und Rumäniens

Wie keine andere Gegend Europas erinnert das Gebiet östlich und westlich der heutigen polnisch-ukrainischen Grenze an die Blüte des osteuropäischen Judentums ab dem 16. Jahrhundert bis zur Zeit der Shoah.

Eine Vielzahl von Synagogen, die im Zentrum dieser Reise stehen, sind stummen Zeugen eines einst blühenden jüdischen Lebens.

Während unserer Reise in Polen, der Ukraine und in Rumänien werden wir frühe Synagogen aus dem 17. Jahrhundert besuchen. Als mächtige steinerne Bauten sind sie Vertreter der sogenannten "Wehrsynagogen" oder auch des "Vier-Säulen-Typus" des Ostens. Vier mächtige Stützen zwischen welchen die Bimah steht, tragen das oft kunstvoll ausgeschmückte Kuppelgewölbe. Als einziges gemauertes Gebäude dienten diese eindrucksvollen Bauten in den Dörfern als Obdach gegen Angriffe wilder Kosakenhorden. Schiesscharten oder ein Wehrgang auf dem Dach lassen diese Absicht erkennen.

In Polen stehen die Gotteshäuser heute unter der Obhut staatlicher Institutionen, die nun endlich den teilweise herrlichen und architektonisch hochinteressanten Synagogenbauten ihre kulturhistorische Bedeutung zugestehen. Daher wurden die wichtigsten Exponate dieses Typus meist restauriert; kleinere, darin eingerichtete Museen geben erkenntnisreiche Einblicke in die Vergangenheit einstigen jüdischen Lebens.

Im Kontrast dazu fristen die in der Ukraine erhalten gebliebenen "Steinsynagogen" ein eher bescheidenes Dasein. Ausserhalb von städtischen Zentren ? in den ehemaligen Stetls, wo heute kaum noch jüdische Menschen leben, und von keiner staatlichen Institution beachtet ? sind diese Gebäude meist stark zerstört oder durch den zeitlichen Zerfall stark geprägt und vermitteln dem westlichen Besucher einen pittoresken, aber auch melancholischen Eindruck.

Im Gegensatz dazu stehen die Synagogen im Norden Rumäniens. Sie sind typische Stellvertreter eines aufgeklärten, emanzipierten Judentums städtischer Gemeinden, wie sie in einer Vielzahl im Norden Rumäniens bestanden haben. Mächtige, oft kirchenähnliche Bauten mit ausgeprägter Westfassade oder mit Anklängen an die maurische Architektur erinnern an die Vergangenheit eines modernen Judentums am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Diese Reise mit Besuchen in den alten und von einer hohen Kultur geprägten Städten (Stetls) Osteuropas vermittelt einen tiefen und bleibenden Eindruck in die dramatische Geschichte sowie in das vergangene jüdisch-chassidische Leben dieser Gegend.

Die Reise wird fachlich begleitet von Dr. phil. Ron Epstein, Architekt ETH.

ca. 20. September - 1. Oktober 2010
Anmeldeschluss: 16. Juli 2010

Programm und weitere Informationen ab Mitte April 2010 erhältlich



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